Durch Sevilla fließt Geschichte

Der Fluss Guadalquivir fließt durch Sevilla und ist der einzige befahrbare Fluss Spaniens. Dieser Fluss hat im Laufe der Geschichte der Stadt oft eine wichtige Rolle gespielt. Belagerungen, Verteidigung und Eroberung dieser schönen Stadt wurden auch auf dem Wasser ausgetragen und auch über die eine oder andere Heldentat könnten seine Gewässer berichten.

Die Geschichte der Stadt erzählt auch die Geschichte der Menschheit.

Wussten Sie, dass die erste Weltumsegelung von Sevilla ausging? 1519 stach Ferdinand Magellan mit seinen Schiffen Richtung Sanlucar de Barrameda in See und von dort aus auf das offene Meer hinaus. Auf der anderen Seite des Puente de San Telmo können Sie die esfera armilar bewundern, eine Weltkugel aus Stahl, die an den Kilometer Null dieser Reise erinnert.

Im 16. Jahrhundert galt Sevilla als eines der wichtigsten Handelszentren der westlichen Welt. Der Fluss verband dabei über 200 Jahre lang die Handelsstraßen mit dem atlantischen Ozean. Aus dieser Zeit sind noch viele der Straßennamen übriggeblieben, die an das alte Handwerk und die Herkunft der Bewohner der Stadt erinnern (Alemanes - Deutsche, Placentines - aus Placencia (Baskenland), Francos - aus Franken, Odreros - Schlauchmacher, Toneleros - Faßbinder, Cerrajeros - Schlosser ...). Sevilla war als die Stadt bekannt, in der das Herz der Welt schlägt: das Leben am Wasser bestimmte den Handel, die Bevölkerung, die Kultur und sogar das Stadtbild, das heute einzigartig, immer wieder aufs Neue fasziniert.

Die Reflektion der Torre del Oro

Auch die Geschichte dieses Turms, einem der Wahrzeichen von Sevilla, ist eng mit dem Fluss verbunden. Es handelt sich dabei um einem Wehrturm am linken Ufer des Guadalquivir, der von den Arabern errichtet wurde. Eine Legende besagt, dass eine dicke Kette diesen Turm mit einem anderen auf der anderen Seite des Flusses verband und so die Durchfahrt von feindlichen Booten verwehrte.

In der Torre del Oro ist heute das Maritime Museum, das Museo Naval de Sevilla, untergebracht

Leben am Fluss

Der Charakter des Guadalquivir hat sich bis in die heutige Zeit erhalten. Heute geben Besucher einander die Hand auf diesem Fluss, der fast wie eine große Allee anmutet und damit zu den wichtigsten Verkehrswegen Sevillas gehört.

Rudern und Kajak fahren, aber auch andere Wassersportarten, werden ebenfalls hier praktiziert. Tatsächlich sind auf dem Guadalquivir bereits einige der bekanntesten internationalen Rennen ausgetragen worden.

Jedes Jahr wächst die Zahl der Besucher Sevillas, die die Stadt vom Fluss aus erkunden. Auch Sie haben die Möglichkeit, dazuzugehören: die Kreuzfahrtschiffe ankern am Muelle de las Delicias vor dem Tor der Altstadt.

Wissenswertes …
  1. Die Römer nannten den Fluss Betis und die Provinz Betica.
  2. Der Guadalquivir durchquert ganz Andalusien und ist insgesamt 657 km lang.
  3. Der Blick auf das gegenüberliegende Ufer ist besonders schön, hier liegt heute das beliebte Stadtviertel Triana.