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Sevilla und der Barock

Um das sevillanische Barock zu erkunden müssen wir tief in das 17. und 18. Jahrhundert zurück, einer Epoche, in der die Stadt auch weiterhin von ihrer urbanen Renovierung geprägt ist, mit der im 16. Jahrhundert begonnen wurde und die gerade durch eine große künstlerische Entwicklung bestimmt wird, deren wichtigster Antrieb die Religion ist. Die Ideen, die aus der protestantischen Reform erwachsen, lassen die religiöse Hingabe zu neuem Leben erwecken und das zeigt sich auch in der Kunst.

Um das sevillanische Barock zu erkunden müssen wir tief in das 17. und 18. Jahrhundert zurückreisen

1. Antigua Fábrica de Tabacos.

Ignacio Sala und Sebastián Van der Borcht. In der ehemaligen Tabakfabrik ist heute die Verwaltung der Universität von Sevilla untergebracht. Ursprünglich stand hier die erste Tabakfabrik Europas. Die größte Tabakfabrik Europas stammt aus dem 18. Jahrhunderts und auch heute gehört das Gebäude noch zu den ältesten seiner Art, die sich aus der Epoche des Ancient Regime erhalten haben.

2. El Palacio de San Telmo.

Architekten: Nach Entwürfen von Antonio Rodríguez und Leonardo de Figueroa.
Ein wunderschönes Beispiel für die barocke Architektur. Er diente einst der Inquisition als Tribunal, später dann als Colegio de Marina (Marine-Ausbildungszentrum) und private Residenz der Herzöge von Montpensier.

3. Hospital de la Caridad.

Architekt: Pedro Sánchez Falconete.
Architektonisches und künstlerisches Meisterwerk des spanischen Barock. Das Hospital nahm damals passierende Reisende und Kranke auf, die in den anderen Krankenhäusern der Stadt abgewiesen wurden und wurde von Miguel Mañara gegründet.

4. Iglesia del Sagrario.

Nach Entwürfen von: Miguel de Zumárraga, Alonso de Vandelvira und Cristóbal de Rojas.
Römisch-katholische Kirche im Stil des Barock, die sich innerhalb des Gebäudekomplexes der Kathedrale von Sevilla erhebt. Es handelt sich dabei um das wohl schönste barocke Kirchengebäude der Stadt aus dem 17. Jahrhundert. 

5. Palacio Arzobispal.

Nach Entwürfen von: Lorenzo Fernández Iglesia und Vermondo Resta.
Die Ursprünge des Gebäudes datieren auf das Jahr 1251, obwohl von den ursprünglichen Gemäuern wohl nichts übriggeblieben ist. Jedoch kann man heute noch die herrlichen Renovierungsarbeiten bestaunen, die Mitte des 16. Jahrhunderts vorgenommen wurden. Besonders schön ist das Hauptportal, eines der schönsten des sevillanischen Barock. Dieses Portal wurde nach einem Entwurf von Lorenzo Fernández Iglesia und Diego Antonio Díaz im 18. Jahrhundert erbaut. 

6. Hospital de los Venerables Sacerdotes.

Nach Entwürfen von: Juan Domínguez und Leonardo de Figueroa.
Dieses Haus ist allgemein auch als Hospital de los Venerables bekannt. Die Bruderschaft der Schweigenden, die Hermandad de El Silencio, hat den Bau dieses Hauses angeregt, in dem sie alte, arme und kranke Priester aufnahmen und versorgten. 1673 gründete dieselbe Bruderschaft eine weitere, die dann ihre Funktion übernahm. 

7. Iglesia de Santa Cruz.
C/ Mateos Gago, 32

Bauzeit: 1665-1728. Architekt: Sebastián Rueda.
Diese Kirche gehört zum barocken Erbe der Stadt und besteht aus drei Kirchenschiffen mit Tonnengewölbe.  In ihrem Inneren kann man wunderschöne Kunstwerke bewundern, darunter auch Bilder des Künstlers Juan de Valdés Leal. 

8. Iglesia Santa María la Blanca.
Calle Santa María la Blanca, 5

Bauzeit: 1660-1665. Nach Entwürfen von: Pedro Sánchez und Juan González.
Die Kirche ist auch als Santa María de las Nieves de Sevilla bekannt und gehört zu den schönsten Beispielen für den hispanischen Barock. Sie gilt als „Tempel der drei Religionen“, da hier im 10. Jahrhundert eine Moschee stand, später, im 13. Jahrhundert, eine jüdische Synagoge und nach der Vertreibung der Juden im 15. Jahrhundert schließlich eine christliche Kirche. 

9. Iglesia San Nicolás de Bari.
Calle Muñoz y Pabón, 21

Bauzeit: 18. Jahrhundert. Architekt: Vermutlich unter Mitwirkung von Pedro de Silva
Dieses Gebäude steht für den Übergang vom Barock zum Neoklassizismus, obwohl das Innere eindeutig dem Barock zugeordnet werden kann. Sie untersteht seit 1922 der Hermandad Sacramental de San Nicolás (La Candelaria). Es handelt sich dabei um ein seltenes Beispiel einer Kirche mit Säulen aus rotem Jaspis und eindeutigen Hinweisen auf den in der Toskana vorherrschenden Stil. 

10. Capilla San José.
C/ Jovellanos, 1

Bauzeit: 1699 -1766. Nach Entwürfen von: Pedro Romero und Esteban Paredes.
Kleine barocke Kapelle im Herzen der Altstadt von Sevilla. Diese kleine Kirche wartet mit einem rechteckigen Grundriss und nur einem Kirchenschiff mit einer kleinen Apsis auf. 

11. Iglesia del Salvador.
Plaza del Salvador,s/n

Bauzeit: 1674-1712. Nach Entwürfen von: Esteban García, Diego Antonio Díaz, Leonardo de Figueroa
Neben der Kathedrale das größte Gotteshaus der Stadt. Römisch-katholische Kirche, die dem heiligen Erlöser, San Salvador, gewidmet ist. Die barocke Kirche mit rechteckigem Grundriss wurde auf den Grundmauern der ehemaligen Moschee Ibn Adabbas (9. Jh.) erreichtet. Von dieser Moschee ist heute noch der Innenhof (Sahn) und die Basis des Minaretts erhalten. 

12. Iglesia del Buen Suceso.
Plaza del Buen Suceso, 5

Bauzeit: 17. Jahrhundert. Nach Entwürfen von: Leonardo und Antonio Matías Figueroa.
Mitten im Herzen der Stadt gelegen gilt diese Kirche als ein Museum der barocken Kunst Sevillas und ist außerdem das Einzige, was uns vom ehemaligen Gebäudekomplex Hospital de Nuestra Señora del Buen Suceso o de Convalecientes noch geblieben ist. 

13. Iglesia de San Luis de los Franceses.
C/San Luis s/n

Bauzeit: 1699-1731. Nach Entwürfen von: Leonardo und Antonio Matías de Figueroa und Diego Antonio Díaz.
Ein wunderbares Beispiel für den hispanischen Barock. Diese Kirche wurde ursprünglich dem alten Noviziat der Jesuiten gewidmet. Im Laufe der Jahre wurde sie auf unterschiedliche Art und Weise genutzt, unter anderem als Noviziat, Seminargebäude für den Klerus oder als Hospiz für religiöse Ältere unter Leitung des Franziskanerordens Padres Franciscanos Descalzos. Das Gebäude wurde unter König Ferdinand dem 7. restauriert und den Jesuiten zurückgegeben, die es bis zur Bindungsaufheben und Mondizábal verwalteten. 

14. Museo de Bellas Artes.
Plaza del Museo, 9.

Im Museo de Bellas Artes besteht eine wunderbare Gelegenheit, den Barock Sevillas in der Malerei zu bestaunen. Es wurde 1835 als „Museo de Pinturas“ (Museum der Malerei) gegründet, öffnete 1841 seine Tore der Öffentlichkeit und zeigte damals hauptsächlich Werke aus den privatisierten Klöstern. Das Gebäude erhebt sich heute an dem Ort, an dem einst das alte Kloster Convento de la Merced Calzada stand, das von San Pedro Nolasco nach der Eroberung Sevillas im Jahr 1248 gegründet worden war.
 
Heute kann man hier eine Reihe interessanter Werke bewundern: Malerei, Bildhauerei, Keramik, Goldschmiedearbeiten und vieles mehr. Besonders beliebt sind die Werke von bekannten Künstlern wie Murillo, Velázquez, Zurbarán oder Juan de Valdés Leal. Nach dem Prado-Museum in Madrid gilt dieses Museum als die zweitgrößte Pinakothek Spaniens. 
Wir empfehlen Ihnen einen Rundgang entlang der verschiedenen Beispiele für den sevillanischen Barock im Museo de Bellas Artes de Sevilla, bei dem Sie einige der schönsten Werke der Meister jener Zeit bewundern dürfen.